Was ist LehrCoaching?

August 12, 2026

Was ist LehrCoaching? Podcastcover zur Episode #98 von Eindeutig Coaching

Dieser Blogartikel bezieht sich auf meine Podcastepisode #98.
Hier kannst Du gleich reinhören und den Podcast kostenfrei abonnieren.

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Podcast "Eindeutig Coaching" findest Du hier.

Inhaltsverzeichnis:


  1. Was ich unter LehrCoaching verstehe
  2. Die Haltung, die dahinter steht
  3. Wie sieht das in der Praxis aus?
  4. Die Rolle von "Coaching" in der Ausbildung 
  5. Wertschätzende Atmosphäre als Grundvoraussetzung
  6. Zur Prozessorientierung in der Coachingaus- und Weiterbildung


1. Was ich unter LehrCoaching verstehe

Was ist eigentlich "LehrCoaching"? Ist das Training? Ist das Coaching?
Ist das ganz was anderes? 

Kurz zusammengefasst: LehrCoaching ist für mich eine coachingbasierte Unterstützung von Entwicklungsprozessen - und zwar gleichermaßen fachlicher wie persönlicher Art.

Sowohl in der Coachingausbildung als auch in der MasterCoach-Weiterbildung hast Du einerseits durchgehend die Chance, Dir selbst wieder mal ein bisschen mehr auf die Spur zu kommen. Dich weiter kennenzulernen und die eigenen Verhaltensmöglichkeiten zu erweitern – im professionellen Kontext und darüber hinaus.

Denn: wir arbeiten ja immer mit den eigenen Fragestellungen der Teilnehmer:innen, Du kannst hier also Deine eigenen Themen voranbringen - als Coachee und auch als Coach.

Entwicklung geschieht also persönlich und fachlich zugleich.

2. Die Haltung, die dahinter steht


Ergebnisoffenheit

Was heißt "coachingbasiert" konkret? Die Haltung der LehrCoaches in der Aus- und in der Weiterbildung ist dieselbe wie im Coaching selbst. Es geht immer um die andere Person: individuell um jede einzelne Teilnehmer:in. Darum, dass sie selbstgesteuert und selbstbestimmt ihre Ziele erreicht und die Ergebnisse bekommt, die sie haben will.

Ergebnisoffenheit auf Seiten der LehrCoaches ist die Voraussetzung dafür - trotz aller Curricula und Standards.

Das heißt zum Beispiel folgendes: Die Teilnehmer:innen entscheiden selbst, was sie von den angebotenen Methoden übernehmen und was sie weglassen. Was passt zu Ihnen, was nicht? Diese Entscheidung liegt bei der Person, die an der Ausbildung oder Weiterbildung teilnimmt. Genau wie im Coaching.

Zuversicht und ein entspannter Blick – auch wenn's mal hakt

Dazu gehört für mich auch Zuversicht: der feste Glaube daran, dass die Menschen, die Coaching lernen wollen, es für sich so gestalten, dass es passt. Das ermöglicht mir und den Teilnehmer:innen in jeder Phase ein entspanntes Rangehen.

Ein entspannter Blick auch auf das, was gerade nicht so läuft wie geplant, bringt eine leichte Distanz mit sich, aus der man besser gucken kann. Einen humorvollen Zugang zu dem, was im ersten Augenblick vielleicht anders kommt als gedacht.

Denn: das Gras wächst ja nicht schneller, wenn man daran zieht.

3. Wie sieht das in der Praxis aus?

In den Aus-und Weiterbildungen arbeite ich durchweg mit Aktion-Reflexions-Zyklen. Es geht darum, etwas zu machen – und es zu reflektieren.
Insofern hängen auch Theorie und Praxis dicht zusammen. Wenn wir einen theoretischen Hintergrund betrachten, reflektieren wir ihn einerseits auf der Basis unserer eigenen Erfahrung und unseres Vorwissens. Ist das für mich schlüssig? Sehe ich bestimmte Dinge anders?
Zum anderen fragen wir auch: Was bedeutet das, was der Hintergrund unserer Arbeit ist,  für die Praxis? Manchmal probieren wir direkt was aus, manchmal überlegen wir, wann es relevant werden könnte, in welchen Settings und wie.

Aus all dem entsteht mit der Zeit ein eigenes Konzept.

Wie im Coaching entwickelt auch hier jede Person ihr eigenes Ding, und zwar auf mehreren Ebenen gleichzeitig: wir arbeiten direkt an persönlichen Themen mit kreativen Methoden, beziehen das zurück auf die Theorie, nach vorne auf eine mögliche Praxis – und, fast am wichtigsten, zurück auf die eigene Erfahrung mit einer Methode oder einem Arbeitsansatz: wie hab ich das grad selber erlebt? Was ist für mich dabei rausgekommen? Und wie werde ich das in meiner Arbeit nutzen – oder auch nicht?

4. Die Rolle von "Coaching" in der Ausbildung

Wir nutzen Coaching in der Ausbildung und in der Weiterbildung auf verschiedene Art.

Zum einen coachst Du selbst und bekommst Feedback von Deinen Coachees und – je nach Setting - von einer zuschauenden Person (im Dreier-Setting) oder von mehreren Kollg:innen, die mit verteilten Rollen auf unterschiedliche Aspekte Deines Coachings geachtet haben.

Oder Du nutzt eine angebotene Methode (oder einen intermedialen Quergang), um Deine eigenen Fragestellungen zu bearbeiten. Vielleicht entstehen dabei sogar neue, wichtige Fragestellungen, die Du bisher übersehen hattest. Das funktioniert besonders gut mit kreativen Methoden, weil Du dabei gut dem auf die Spur kommst, was jetzt und hier wichtig ist.

Manchmal zeige ich auch selbst ein Coaching. Aber nur dann, wenn eine sehr strukturierte Methode Fragen aufwirft. Auf keinen Fall will ich, dass Teilnehmer:innen mich "nachmachen". Ich bin nicht diejenige, die sagt: Macht es so wie ich. Jede Person, die coacht, hat ihren eigenen Stil. Deshalb mache ich auch nicht viel vor – es geht darum, das eigene Ding zu entwickeln und auszuprobieren, wie der eigene Stil aussehen könnte.

5. Wertschätzende Atmosphäre als Grundvoraussetzung

Ein wichtiger Punkt in jeder Ausbildung und Weiterbildung ist die wertschätzende Atmosphäre in der Gruppe. Nur darin kann man sich öffnen und ehrlich etwas ausprobieren, ohne die Sorge, bewertet zu werden. Alles, was in dem Moment passiert, ist genau das Richtige.

Deshalb ist das bei mir eine der Teilnahmevoraussetzungen: sich wertschätzend einzulassen auf sich selbst und auf die anderen. Erst dann kannst Du wirklich etwas lernen. Erst dann passiert Entwicklung.


6. Zur Prozessorientierung in der Coachingaus- und Weiterbildung

Weil jede Gruppe anders ist, gleicht auch kein Ablauf in einem Ausbildungsmodul dem in einer anderen Gruppe. Die gemeinsame Arbeit entsteht im Prozess und folgt dem, was gerade in der Gruppe dran ist. 

Natürlich gibt es Curricula für die einzelnen Module. Da ist beschrieben, was dran kommt, und das kommt auch vor. Aber nicht immer auf dieselbe Art, nicht immer in derselben Reihenfolge.

Es kommt immer darauf an, was in der jeweiligen Gruppe wichtig ist, was vertieft werden will – und was vielleicht gerade keine Rolle spielt. Jede Gruppe hat ihre eigenen Schwerpunkte.

Auch das ist Coachinghaltung: Wir machen, was für die Personen nützlich ist. Was ihren Zielen, ihrer Energie und ihrem Lernbedarf folgt.


Hier findest Du eine Übersicht über unsere aktuellen Termine für Workshops und Weiterbildung:

Margot Böhm schaut geradeaus

Über die Autorin

Margot Böhm

Margot Böhm ist Inhaberin des coaching.zentrum Sylt. Sie ist diplomierte Erziehungswissenschaftlerin (Erwachsenenbildung), SeniorCoach und LehrCoach (DCV) sowie behördlich geprüfte Darstellerin für Clowntheater und Komik.

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