Dieser Blogartikel bezieht sich auf meine Podcastepisode #103.
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Inhaltsverzeichnis:
1. Was machst Du mit Coaching nach der Coachingausbildung?
2. Teilzeit-Coaches in Zahlen: Kein Randphänomen der Branche
3. Fünf Herausforderungen für Teilzeit-Coaches
- Multifokalität: Zwischen Job, Familie und Coaching
- Begrenztes Zeitvolume
- Sicherheit und Selbstvertrauen ohne Dauereinsatz
- Methodenkompetenz und situatives Neuerfinden
- Die Definition Deiner Coachidentität
4. Welche Chancen liegen darin, dass Du als Teilzeit-Coach arbeitest
- Radikaler Fokus und das Bonsai-Prinzip
- Eine Identität, die exakt zu Deiner Realität passt
- Rückenfreiheit durch Dein Angestellten-Einkommen
- Gelassenheit im eigenen Tempo
5. Vier konkrete Wege, um als Teilzeit-Coach dranzubleiben
- Positives Kundenfeedback sichern und schwarz auf weiß nachlesen
- Gelegenheiten im bestehenden Alltag nutzen
- Eine Peer-Gruppe gründen und wechselseitiges Coachen
- MasterCoach-Weiterbildung kompakt auf Sylt/online
1. Was machst Du mit Coaching nach der Coachingausbildung?
Was machst Du mit Coaching, wenn Du eine Coachingausbildung abgeschlossen hast?
Vielleicht hast Du im Rahmen Deiner Ausbildung schon ein Konzept entwickelt für die Frage, wie Du Coaching nutzen möchtest. Das kann ja ganz unterschiedlich aussehen:
Es kann sein, dass Du coachingbasiert im Rahmen Deiner jetzigen Tätigkeit arbeitest oder arbeiten möchtest. Oder Du bist Teilzeit-Coach (oder möchtest es werden), indem Du neben Deiner Angestelltentätigkeit eigene Coachingprozesse anbietest. Vielleicht willst Du Coaching auch in eine bestehende Selbstständigkeit einbauen. Oder Du bist ganz all-in gegangen und hast Dich komplett selbstständig gemacht als Coach.
In diesem Beitrag beschäftige ich mich mit der besonderen Situation der Teilzeit-Coaches – mit den typischen Hürden, aber vor allem mit den Chancen, die genau darin liegen.
2. Teilzeit-Coaches in Zahlen: Kein Randphänomen der Branche
Nach der RAUEN Coaching-Marktanalyse aus dem Jahr 2024 arbeitet fast jede sechste Coach in Deutschland teilweise selbstständig und teilweise angestellt.
Das sind ganz schön viele.
Teilzeit-Coaches sind insofern kein Randphänomen, sondern ein wesentlicher Teil der Coachingbranche.
Teilzeit-Coaches haben gegenüber Vollzeit-Coaches besondere Herausforderungen und Möglichkeiten.
Welche Themen beschäftigen Dich besonders, wenn Du als Teilzeit-Coach unterwegs bist? Im Gespräch mit verschiedenen Kolleg:innen sind mir vor allen Dingen fünf Punkte aufgefallen.
3. Fünf besondere Herausforderungen für Teilzeit-Coaches
1. Multi-Foki: Du zwischen Job, Familie und Coaching
Du hast möglicherweise Deinen Angestelltenjob. Du hast bestimmte Projekte im Rahmen Deiner Selbstständigkeit, die mit Coaching erst mal wenig zu tun haben. Du hast Familie, Kinder oder pflegst Angehörige, die Deine Zeit und Energie brauchen.
Und dann hast Du diese Coachingausbildung gemacht. Du hast investiert, eine Menge gelernt, Dir vielleicht schon Gedanken über ein Konzept gemacht und merkst, wie gerne Du coachst und wie gut das den Menschen tut. Wie kannst Du in genau dieser Lebenssituation trotzdem Dein Coaching machen?
2. Begrenztes Zeitvolumen
Das hängt eng damit zusammen: Du hast natürlich nicht Vollzeit Zeit zum Coachen. Vielleicht nimmst Du Dir vor, Deine sonstige Tätigkeit etwas zu reduzieren – einen halben Tag oder einen ganzen Tag pro Woche fürs Coaching freizuhalten. Und dann kommt vielleicht doch wieder etwas dazwischen. Du willst das eigentlich machen, aber rein vom Zeitvolumen her ist es eine echte Hürde.
3. Sicherheit und Selbstvertrauen ohne Dauereinsatz
Wie kannst Du Sicherheit behalten, gewinnen, weiterentwickeln, wenn Du nicht dauernd coachst? Wenn Du keine tägliche Routine entwickelst, weil Du es eben nicht ständig machst? Wie behältst Du trotzdem Dein Selbstvertrauen als Coach und Deine Sicherheit in den Coachingprozessen?
4. Methodenkompetenz und situatives Neuerfinden
Fürchtest Du manchmal, die Hälfte der Methoden schon wieder vergessen zu haben? In der Ausbildung hast Du wahrscheinlich viel geübt, und wenn Du coachst stellst Du Dir die Frage: Welche Methoden nutze ich denn jetzt konkret?
Wie kannst Du Methoden je nach Situation neu erfinden, das nutzen, was im Moment da ist, und einen sicheren, eigenen Umgang mit den bestehenden Möglichkeiten entwickeln?
5. Die Definition Deiner Coachidentität
Fühlst Du Dich als Coach, wenn Du „nur“ Teilzeit arbeitest? Bist Du Coach, wenn Du nicht hauptberuflich coachst oder nur dreimal im Jahr einen Prozess begleitest?
Oder bist Du ganz dezidiert eine Führungskraft, eine Lehrerin oder eine Fachberaterin, die sehr bewusst coachingbasiert arbeitet? Wie Du Dich definierst, ist eine spannende Identitätsfrage.
4. Welche Chancen liegen darin, dass Du als Teilzeit-Coach arbeitest?
1. Ein Coaching-Fokus und das Bonsai-Prinzip
Willst Du ein Teilzeitgeschäft aufbauen und damit Geld verdienen? Willst Du Dein Coachingprojekt weiterführen, weil Du es einfach gern machst und Du weißt, wie sehr die Menschen davon profitieren? Dann hast Du als Teilzeit-Coach die perfekte Gelegenheit, jegliche Komplexität beiseitezulassen und sehr konkret zu werden.
Du darfst Dich auf ein einziges konkretes Angebot konzentrieren für die, mit denen Du wirklich gerne arbeiten willst (und die Dich bezahlen können). Wem kannst Du mit Deinem Hintergrund, Deiner Kompetenz, Deiner Professionalität und Deiner Erfahrung den bestmöglichen Nutzen stiften?
Mach es nischig und klein – denk dabei an einen Bonsai: Du packst alles, was Du bist, kannst und willst, so kompakt ineinander, dass es in eine Hand passt. In einem Bonsai-Baum ist alles drin, was einen Baum ausmacht, aber er bleibt handhabbar. Du nutzt genau das, was Du an Zeit und Energie hast, und machst Dein Ding daraus: etwas, was klein erscheint, aber für Deine Kund:innen etwas ganz Großes ist.
Gerade im KI-Zeitalter ist das ein enormer Vorteil: Je klarer und fokussierter Dein Profil ist, desto besser verstehen KI-Suchsysteme, was Du tust, und können Dich gezielt empfehlen.
2. Eine Identität, die exakt zu Deiner Realität passt
Definiere Deine Identität so, dass sie genau das trifft, was Du kannst, willst und tust: eine Führungskraft mit Coachinghaltung, eine Lehrerin, die coachingbasiert mit Schüler:innen umgeht, eine Fachberaterin mit systemischem Blick – nenn' es so, dass Du Dich damit wohlfühlst.
3. Rückenfreiheit durch Dein Angestellten-Einkommen
Wenn Monat für Monat Dein Gehalt auf dem Konto eingeht, kann das einerseits eine bequeme Falle sein. Es kann Dich dazu verleiten, Deine Coachingprojekte schleifen zu lassen. Aber es ist auch das: eine enorme Entlastung. Es gibt Dir die Freiheit und den Rückhalt, im Rahmen Deiner verfügbaren Zeit ohne existenziellen Druck Dinge auszuprobieren und Dein Angebot in Ruhe aufzubauen.
4. Gelassenheit im eigenen Tempo
Es ist so, wie es ist. Du triffst selber die Entscheidung über Dein Vorgehen. Setzt Dir zu Dir passende Ziele und überprüfst sie. Du machst es in Deinem Tempo – und auf Deine Art. Sowieso.5. Vier konkrete Wege, um als Teilzeit-Coach dranzubleiben
Du hast Dich entschieden, mit Coaching weiterzumachen und nach der Ausbildung am Ball zu bleiben. Wie gelingt Dir das nun im Alltag?
1. Positives Kundenfeedback sichern und schwarz auf weiß nachlesen
Wenn Du bereits Coachingkund:innen hattest – sei es in der Ausbildung oder danach –, hol Dir aktiv Rückmeldungen: Was hat euch gutgetan? Was wünscht ihr euch noch? An welcher Stelle kann ich mich weiterentwickeln?
Schreib alles separat auf, was an positiver Rückmeldung zurückkommt. Oder lass es Dir schwarz auf weiß geben und am besten auch als Testimonial für Deine Webseite. Lies es Dir immer wieder durch, damit Du es nicht vergisst. Diese Rückmeldungen geben Dir Sicherheit für Dein Können. Und konkrete Entwicklungshinweise liefern Dir eine hervorragende Spur für Deine nächsten Schritte – wenn sie zu Dir passen.
2. Gelegenheiten im bestehenden Alltag nutzen
Warte nicht auf einen perfekten Moment. Suche gezielt nach Gelegenheiten in Deinem jetzigen Arbeitsumfeld: wie kannst Du Dich ranrobben? Wo kannst Du Coachingelemente ganz selbstverständlich einweben? Welche Gesprächsabläufe in Deinem Alltag kannst Du so umstellen, dass sie coachingbasiert funktionieren? Wo kannst Du mit Coachinghaltung hilfreiche Impulse setzen?
3. Eine Peer-Gruppe gründen und wechselseitiges Coachen
Such' Dir Kolleg:innen (zum Beispiel aus Deiner Ausbildungsgruppe) und bleibt im Austausch. Trefft euch regelmäßig, coacht euch gegenseitig und gebt euch kollegiales, professionelles, nährendes Feedback.
In einer meiner früheren Ausbildungsgruppen hat sich eine Peer-Gruppe über mehr als zwölf, vierzehn Jahre hinweg immer weiter getroffen. Das gemeinsame Üben schafft genau die Routine und Sicherheit, die im Teilzeit-Alltag sonst oft fehlt.
4. MasterCoach-Weiterbildung kompakt auf Sylt/online
Wenn Du Deine Kompetenzen gezielt vertiefen und Dein Teilzeit-Coaching auf feste Füße stellen willst, habe ich ein neues Angebot für Dich: die MasterCoach-Weiterbildung kompakt.
Das Format besteht aus:
Der nächste Termin auf Sylt ist Anfang Dezember. Wenn Du spürst, dass das für Dich und Dein Coaching der nächste richtige Schritt sein könnte: Schau Dir die Details an und melde Dich bei mir. Lass uns gemeinsam herausfinden, ob es für Dich passt.




