Wie Du entspannt und effektiv Workshops gestaltest

April 12, 2025

coachingbasierte Workshopgestaltung

Dieser Artikel bezieht sich auf Podcastepisode #28.
Kannst Du gleich hier hören:

Wie Du clever Deinen Workshop planst

Hier erfährst Du, wie Du mit einer coachingbasierten Haltung Workshops nicht nur effizienter planst, sondern auch angenehmer gestalten kannst – für Dich selbst und alle Beteiligten.


1. Die Kunst des Matchings

Früher habe ich Workshops für Studierende angeboten. Eine wesentliche Herausforderung bestand darin, die Erwartungen der Teilnehmenden mit dem, was tatsächlich im Workshop geschieht, in Einklang zu bringen.

Es war essentiell, den Ausschreibungstext so präzise wie möglich zu formulieren, um deutlich zu machen, worum es im Workshop geht. Das ist nicht immer gelungen.

Warum nicht? Lag vielleicht an meinen Texten, aber vermutlich auch an den Vorerfahrungen der Studierenden mit Lernen an der Uni. Wissensvermittlung ist das eine, ein coachingbasierter Workshop mit der Arbeit an persönlichen Themen ist das andere. Und wir lesen einen Text mit der Brille unseres Erfahrungshintergrunds.

Ein passendes Matching jedoch ist eine wichtige Voraussetzungen für den Flow im Workshop und dafür, dass am Ende alle zufrieden hinaus gehen können.

2. Coachingbasierte Workshopgestaltung: die Verantwortung liegt bei den Teilnehmenden

Ein coachingbasierter Zugang zur Workshopgestaltung legt die Verantwortung für die Ergebnisse in die Hände der Teilnehmenden.

Welche vier Arbeitsformate von Workshops es gibt, welche fünf Merkmale diesen coachingbasierten Ansatz ausmachen und welchen Nutzen er für Leitung, Teilnehmende und Ergebnis hat, beschreibe ich in meinem Artikel: Was ist ein Workshop?

Deine Aufgabe als Workshopleiter:in liegt in der flexiblen Gestaltung des Prozesses - genau darauf darfst Du Dich konzentrieren. Das wird möglich, wenn Du zu Beginn mit den Teilnehmer:innen glasklar Ziele vereinbarst. Nicht vorgibst, sondern Deine Workshopziele mit den Zielen der Teilnehmer:innen abstimmst. Und das ausgesprochen sorgfältig.

Es geht darum eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Teilnehmenden sich ermutigt fühlen, ihre eigenen Ziele zu verfolgen (und je nach Thema auch die Ziele des Teams - der Gruppe - der Organisation) und aktiv an Fortschritten zu arbeiten. Entscheidend dabei ist, Augenhöhe zu wahren und den Teilnehmenden zu vertrauen. 

Fördern kannst Du das mit einem kreativen Einstieg, bei dem es kurz und knackig um die jeweiligen Perspektiven auf das Thema geht.

3. Was ist hier eigenlich los? Prozessorientiertes Arbeiten als Schlüssel

Ich habe einmal im Rahmen einer Unternehmensklausur einen Workshop moderiert zum Thema "Partizipation". Mit einer Vorbereitungsgruppe zusammen hatten wir den Ablauf geplant. 

Was ich vor Ort erlebte, war ein wenig kurios: wenn ich Vorschläge für den nächsten Arbeitsschritt machte, hatten sofort mindestens fünf Personen Gegenvorschläge. Wir kamen gar nicht erst ins inhaltliche Arbeiten, weil es nur um die Art und Weise der gemeinsamen Arbeit ging.

Mein Eindruck war, dass wir ein wichtiges Thema, dass die Teilnehmer:innen bewusst oder sogar unbewusst bewegten, in unserer Vorplanung nicht berücksichtigt hatten. Weil ich dieses Thema nicht kannte, fragte ich die Gruppe danach.

"Was ist hier eigentlich los"?

Nach dieser Frage war erst mal Stille. Keine Wortmeldung.

Ich bat die Teilnehmer:innen, sich in Kleingruppen über genau diese Frage zu unterhalten. Dieses Mal gab es keinen Gegenvorschlag. Sie zogen los und begannen, sich intensiv zu genau dieser Frage auszutauschen.

Danach war klar, wo der Hase im Pfeffer lag. Es ging um Führung. Um Unzufriedenheiten, Ärger, Wünsche. Damit konnten wir effektiv und effizient weiterarbeiten. Der Ablaufplan der Vorbereitungsgruppe war vom Tisch. 

Um an den richtigen Fragen zu arbeiten, müssen wir flexibel sein und uns auf die Prozesse der Gruppe einlassen. Das ist entscheidend für den Erfolg eines Workshops.


4. Gestaltung: Planung und Dynamik zusammen bringen

Natürlich ist die Vorbereitung eines Workshops unerlässlich. Doch die wahre Kunst liegt darin, flexibel auf die sich entwickelnden Dynamiken einzugehen. Auch wenn Du einen Plan hast, ist es wichtig, Methoden und Themen flexibel an die Bedürfnisse der Gruppe anzupassen und gegebenfalls - in Abstimmung mit allen Beteiligten - von der Planung komplett abzuweichen.


5. Arbeitsformen und Methoden auf Menschen und Ziele abstimmen

Auch die Art und Weise, wie Du arbeitest, kannst Du nur bedingt vorher planen. Ein Plan ist gut, aber wenn Deine favorisierte Methode nicht passt, nimmst Du besser eine andere. 

Das Ziel ist es, dass sich alle Teilnehmenden mit ihren Bedürfnissen wiederfinden und dass die Ziele erreicht werden, die wirklich einen Unterschied machen.

Denn am Ende gilt: großartige Inhalte nützen wenig, wenn das Format nicht stimmt. Wie das Wie über die Wirkung Deiner Veranstaltung entscheidet, liest Du in diesem Grundlagenbeitrag.


6. Das Fazit: Flexibilität führt zum Erfolg

Eine flexible, prozessorientierte Herangehensweise ist letztlich entscheidend dafür, dass Workshops nicht nur effektiv, sondern auch angenehm gestaltet werden können. Wenn Du an den wirklichen Themen der Teilnehmenden arbeitest und nicht starr an einem vorgefassten Plan entlang, führt das zu authentischen und nachhaltigen Ergebnissen.


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Margot Böhm schaut geradeaus

Über die Autorin

Margot Böhm

Margot Böhm ist Inhaberin des coaching.zentrum Sylt. Sie ist diplomierte Erziehungswissenschaftlerin (Erwachsenenbildung), SeniorCoach und LehrCoach (DCV) sowie behördlich geprüfte Darstellerin für Clowntheater und Komik.

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